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Corporate Microblogging – Gedanken

Jan Vogel Juni 28th, 2009

Grade etabliere ich bei uns in der Agentur ein Gefühl für die Nutzung von Microblogging. Meine aktuellen Gedanken dazu:

Interne oder externe Unternehmenskommunikation?
Die “Zielgruppe” der Inhalte von Teets kann zum einen intern sein, also ausschließlich Kollegen und Mitarbeiter oder auch extern (also der ganze Rest der Welt). Logisch, dass sich der Zweck entsprechend unterscheidet:

Wir nutzen Microblogging zur internen Kommunikation um zu Begin erstmal ein Gefühl des klassischen “Flurfunks” wiederherzustellen. Da ich grade einen zweiten Standort in Hamburg eröffne, hilft das Microblogging sehr mit der Heimat in Wiesbaden in Kontakt zu bleiben. Für die GF ist es auch vorteilhaft, schnell allen Mitarbeitern ein Gefühl über aktuelle Trends und Ereignisse zu geben. Ausserdem ist es ein guter Weg um ein bisschen Themenbezogenen Smalltalk zu halten. Gut für freundschaftliche und Kollegiale Beziehungen und gut für einen permanenten Ideenfluss! Man bleibt immer irgendwie dabei, die Unternehmenskultur wird über Standorte hinweg auch digital gelebt.

Soll Microblogging auch extern betrieben werden, also eine Firma oder gar Marke als Absender erkennbar sein, sollte man sich im Vorfeld ein paar Gedanken machen. Insbesondere hilft, das Microblog als Marketing oder PR-Instrument zu betrachten. Es eignet sich auch “inhärent” als Recruiting-Instrument und stärkt, geschickt eingesetzt, die Marke und das Image von Kompetenzführerschaft. Es sollte entsprechend behandelt werden (Auswahl der Inhalte), aber es muss auf jeden Fall auch “Mediumskonform” genutzt werden (Interaktion, Kommunikation, Echtzeit, etc.). Twitter wird dann ein weiteres Instrument im Marketing- und PR Mix.

Übrigens muss man auch daran denken, dass Mitarbeiter ja durchaus auch privat twittern und bloggen. Im Idealfall vermischt sich das dann mit PR und Marketing für die Firma. (Gut, im Worst-Case ist das genau umgekehr…)

Sollte in der Firma keine Erfahrung mit Microblogging vorhanden sein, am besten erstmal privat loslegen oder im internen Dienst üben.

Datenschutz und Sicherheit
Diese Frage stellt sich insbesondere bei internem Gebrauch von öffentlichen Microblogging-Diensten wie Twitter. Twitter speichert alle Tweets auf seinen Servern. Es ist bestimmt keine gute Idee, Firmeninternas einer Dritten Firma, unkontrollierbar, unköschbar, irgendwo in den USA freigiebig zu überlassen. Insbesondere wenn man auch noch in ähnlichen Geschäftsfeldern tätig ist. Sollte man Datenschutz- oder Rahmenverträge mit Kunden oder Partnern haben, verbietet sich das twittern von Internas sowieso automatisch.
Bei Twitter ist es zudem äußerst kompliziert ein Netzwerk von ausschließlich privaten Tweets zu erstellen. Bei 4 Leuten mag das noch gehen, aber mit jedem zusätzlichem Teilnehmer erhöht sich der Aufwand (alle müssen den neuen Teilnehmer freischalten).
Einfach die internen  Tweets öffentlich zu machen sollte man je nach Inhalt auch tunichst vermeiden :)

Alternative?
1. Verzicht auf Twitter und aufsetzen eines internen Microblogging-Dienst. Dieser wird selbst gehostet, ist nur für Mitarbeiter oder nur im Intranet gesichert zu erreichen. Datenschutz- und Sicherheit sowie Zuganskontrolle ist dann von selbst kein Problem mehr. Die Kosten sind dank zahlreicher Open-Source (hier ist insbesondere laconica zu nennen) Anwendungen sehr gering, im Prinzip muss die Anwendung einmal aufgesetzt und dann selten gepflegt werden. Nachteil:  Mit dem Umzug ins Intranet ist der einfache Zugang über offene APIs via Handy und Webdienst erschwert bis unmöglich.
2. Nutzung eines kommerziellen Microblogging Dienstes. Das Thema Hosting und Zugangskontrolle wird dann komplett abgenommen, allerdings bleibt die Frage nach dem Datenschutz.